Was ist Technische Kommunikation?
Technische Kommunikation bezeichnet den gesamten Prozess, mit dem technische Informationen für eine bestimmte Zielgruppe aufbereitet und bereitgestellt werden. Sie umfasst das Ermitteln des Informationsbedarfs, das Erstellen, Strukturieren, Übersetzen und Ausliefern von Informationsprodukten – von der Betriebsanleitung über die Online-Hilfe bis zum Serviceportal. Die Technische Dokumentation ist dabei das Ergebnis dieses Prozesses. Technische Kommunikation ist damit der weitere Begriff: Sie meint die Disziplin, nicht das einzelne Dokument.
Inhalt
- Wie unterscheidet sich Technische Kommunikation von Technischer Dokumentation?
- Welche Teilgebiete umfasst die Technische Kommunikation?
- Welches Ziel verfolgt Technische Kommunikation?
- Welche Berufsbilder gehören zur Technischen Kommunikation?
- Welche Normen prägen die Technische Kommunikation?
- Wie verändert sich die Technische Kommunikation?
- Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich Technische Kommunikation von Technischer Dokumentation?
Technische Dokumentation bezeichnet die Unterlagen selbst – Anleitungen, Handbücher, Ersatzteilkataloge. Technische Kommunikation bezeichnet den Prozess und die Disziplin, aus der diese Unterlagen entstehen.
Die Unterscheidung ist mehr als akademisch. Wer nur an Dokumente denkt, optimiert Layout und Textmenge. Wer an Kommunikation denkt, fragt zuerst, welche Information eine bestimmte Person in einer bestimmten Situation braucht – und kommt dabei oft zu ganz anderen Lösungen als einem weiteren Kapitel im Handbuch.
Welche Teilgebiete umfasst die Technische Kommunikation?
Die Disziplin bündelt mehrere Fachgebiete, die in größeren Unternehmen eigene Rollen bilden:
- Technische Redaktion: Ermitteln, Strukturieren und Formulieren der Inhalte.
- Technische Übersetzung: Bereitstellung in den Sprachen der Zielmärkte – siehe Technische Übersetzungen.
- Technische Illustration: visuelle Erklärung von Aufbau und Handlungsschritten.
- Informationsmanagement: Modularisierung, Metadaten und Auslieferung über Portale und Systeme.
- Terminologiearbeit: verbindliche Benennungen über alle Ausgaben hinweg.
Welches Ziel verfolgt Technische Kommunikation?
Das übergeordnete Ziel ist die sichere und effiziente Nutzung eines Produkts. Daraus leiten sich drei konkrete Ziele ab, die sich gelegentlich widersprechen.
- Sicherheit: Der Nutzer erkennt Gefahren und weiß, wie er sie vermeidet.
- Handlungsfähigkeit: Der Nutzer erreicht sein Ziel ohne Umwege.
- Rechtskonformität: Der Hersteller erfüllt seine Instruktionspflicht.
Der Widerspruch entsteht, wenn Rechtssicherheit zum alleinigen Maßstab wird. Anleitungen, die vor allem der Absicherung dienen, werden lang und unübersichtlich – und verfehlen damit die Handlungsfähigkeit, die sie eigentlich herstellen sollten.
Welche Berufsbilder gehören zur Technischen Kommunikation?
Das zentrale Berufsbild ist die Technische Redakteurin beziehungsweise der Technische Redakteur. Hinzu kommen Informationsarchitekten, Terminologen, Technische Illustratoren und Übersetzer mit technischer Spezialisierung.
Der Zugang ist bis heute vielfältig: Neben eigenen Studiengängen für Technische Kommunikation kommen viele über Ingenieurwissenschaften, Sprachwissenschaft oder aus der Praxis. Der Fachverband tekom bündelt die Disziplin im deutschsprachigen Raum und bietet Zertifizierungen an.
Welche Normen prägen die Technische Kommunikation?
Die wichtigste übergreifende Norm ist die IEC/IEEE 82079-1, die Grundsätze für die Erstellung von Nutzungsinformationen aller Produktarten festlegt. Im Maschinenbau kommt die DIN EN ISO 20607 hinzu, für Übersetzungsdienstleistungen die DIN EN ISO 17100.
Diese Normen sind grundsätzlich freiwillig. Ihre praktische Bedeutung liegt darin, dass sie den Nachweis erleichtern, gesetzliche Anforderungen erfüllt zu haben.
Wie verändert sich die Technische Kommunikation?
Die stärkste Veränderung liegt im Wandel vom Dokument zur Information. Nutzer suchen nicht nach Handbüchern, sondern nach Antworten – zunehmend über Suchmaschinen und KI-Assistenten, die Inhalte in Fragmenten wiedergeben.
Für Redaktionen folgt daraus, dass einzelne Informationseinheiten für sich verständlich sein müssen. Ein Abschnitt, der nur im Kontext des Gesamtdokuments Sinn ergibt, funktioniert in dieser Nutzungssituation nicht mehr. Modularisierung und saubere Metadaten sind damit von einer Effizienzfrage zu einer Frage der Auffindbarkeit geworden.
Häufige Fragen
Ist Technische Kommunikation dasselbe wie Technische Redaktion?
Nein. Die Technische Redaktion ist ein Teilgebiet der Technischen Kommunikation und konzentriert sich auf das Erstellen der Inhalte.
Welcher Verband vertritt die Technische Kommunikation?
Im deutschsprachigen Raum ist die tekom der maßgebliche Fachverband; international ist unter anderem die STC aktiv.
Braucht jedes Unternehmen Technische Kommunikation?
Sobald ein Produkt erklärungsbedürftig ist oder gesetzliche Instruktionspflichten bestehen, entsteht der Bedarf – unabhängig von der Unternehmensgröße.
CARSTENS + PARTNER deckt die Technische Kommunikation als Full-Service-Dienstleister seit 1984 ab. Mehr dazu auf der Seite Technische Redaktion.


