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Was ist Single-Source-Publishing?

Single-Source-Publishing bezeichnet ein Verfahren, bei dem Inhalte an genau einer Stelle gepflegt und daraus mehrere Ausgabeformate erzeugt werden – etwa PDF, HTML, Online-Hilfe und mobile Ausgabe. Grundlage ist die konsequente Trennung von Inhalt und Layout: Der Inhalt wird strukturiert erfasst, das Erscheinungsbild erst beim Publizieren zugewiesen. Single-Source-Publishing verhindert damit, dass dieselbe Information in mehreren Fassungen gepflegt werden muss, und ist eine der Kernfunktionen eines CCMS.

Wie funktioniert Single-Source-Publishing?

Der Inhalt wird nicht in einem Layoutprogramm geschrieben, sondern strukturiert erfasst – meist in XML. Die Auszeichnung beschreibt, was ein Element ist, nicht wie es aussieht: eine Handlungsanweisung, ein Warnhinweis, eine Voraussetzung.

Prinzip des Single-Source-PublishingAus einer gepflegten Quelle werden mehrere Ausgabeformate erzeugt, ohne dass Inhalte mehrfach gepflegt werden.eine Quellemodularer Inhalteinmal gepflegtPDF / DruckHTML / PortalMobile / AppiiRDS-PaketLayout und Struktur werden getrennt: Der Inhalt weiß nicht, wie er später aussiehtAbb. 1 · CARSTENS + PARTNER
Abb. 1: Aus einer Quelle entstehen mehrere Ausgabeformate

Beim Publizieren entscheiden Layoutvorlagen, wie ein Warnhinweis im PDF und wie er im Portal dargestellt wird. Derselbe Inhalt kann so in beliebig vielen Formaten erscheinen, ohne mehrfach zu existieren.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Drei Bedingungen müssen zusammenkommen:

  • Trennung von Inhalt und Layout: Direkte Formatierungen im Text – händische Zeilenumbrüche, feste Schriftgrößen – verhindern die Wiederverwendung.
  • Strukturierte Auszeichnung: Elemente müssen semantisch benannt sein, damit die Ausgabe sie unterscheiden kann.
  • Modularer Inhalt: Nur abgeschlossene Einheiten lassen sich unterschiedlich zusammenstellen.

Die erste Bedingung bereitet in der Umstellung die meiste Mühe, weil sie eine Arbeitsgewohnheit betrifft: Wer aus der Textverarbeitung kommt, gestaltet beim Schreiben mit. Genau das muss entfallen.

Wie unterscheidet es sich von Cross-Media-Publishing?

Die Begriffe überschneiden sich. Single-Source-Publishing betont die Quelle: eine Pflegestelle für alle Ausgaben. Cross-Media-Publishing betont das Ziel: die Ausgabe über mehrere Kanäle.

In der Praxis beschreiben beide dasselbe Vorgehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Cross-Media-Publishing ohne Single Source wäre allerdings die schlechte Variante: mehrere Kanäle, die jeweils eigene Fassungen pflegen – und damit zwangsläufig auseinanderlaufen.

Welchen Nutzen bringt das Verfahren?

Der offensichtliche Nutzen ist die eingesparte Mehrfachpflege. Der weniger offensichtliche ist Konsistenz: Wenn PDF und Portal aus derselben Quelle stammen, können sie inhaltlich nicht auseinanderlaufen.

Bei sicherheitsrelevanten Inhalten ist dieser Punkt entscheidend. Eine Warnhinweis-Änderung, die nur in einem von drei Ausgabekanälen ankommt, ist ein Haftungsrisiko – und in einer Welt ohne Single Source praktisch unvermeidlich.

Wo liegen die Grenzen?

Single-Source-Publishing erzeugt Ausgaben nach Regeln. Wo jede Ausgabe individuell gestaltet sein soll, stößt das Verfahren an Grenzen – etwa bei hochgestalteten Produktbroschüren.

Für Technische Dokumentation ist das selten ein Problem, weil dort Einheitlichkeit ohnehin erwünscht ist. Realistisch bleibt allerdings, dass die Layoutvorlagen einmalig sorgfältig eingerichtet werden müssen. Der Aufwand verschiebt sich von der laufenden Gestaltung zur einmaligen Konfiguration.

Wie steigt man ein?

Der Einstieg beginnt bei den Ausgabeformaten, nicht beim Werkzeug. Zuerst wird geklärt, welche Formate tatsächlich gebraucht werden und worin sie sich unterscheiden müssen.

Häufig zeigt sich dabei, dass Unterschiede zwischen Ausgaben historisch gewachsen und nicht sachlich begründet sind. Diese Vereinfachung vor der technischen Umstellung senkt den Konfigurationsaufwand erheblich – und ist der Teil der Arbeit, der ohne jedes System erledigt werden kann.

Häufige Fragen

Braucht Single-Source-Publishing zwingend XML?
Nicht zwingend, aber XML ist der verbreitete Weg. Entscheidend ist die strukturierte, layoutfreie Erfassung der Inhalte.

Ist Single-Source-Publishing dasselbe wie Modularisierung?
Nein. Modularisierung zerlegt Inhalte in Einheiten, Single-Source-Publishing erzeugt aus diesen Einheiten mehrere Ausgabeformate. Die Modularisierung ist die Voraussetzung.

Lohnt sich das Verfahren bei nur einem Ausgabeformat?
Der Nutzen ist dann gering. Er entsteht, sobald ein zweites Format hinzukommt oder Inhalte in mehreren Publikationen erscheinen.

CARSTENS + PARTNER richtet Single-Source-Publishing in SCHEMA ST4 ein, inklusive Layoutvorlagen für alle Ausgabekanäle. Mehr dazu auf der Seite SCHEMA ST4 Redaktionssystem.


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