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iiRDS steht für „intelligent information Request and Delivery Standard“ und ist ein offener Standard für den Austausch Technischer Dokumentation zwischen Systemen. Er wurde von der tekom entwickelt und legt fest, wie Dokumentationsinhalte mit einheitlichen Metadaten beschrieben und in einem definierten Paketformat ausgeliefert werden. Ziel von iiRDS ist, dass ein Empfängersystem gezielt genau die Informationen anfordern kann, die zu einer bestimmten Maschine, Tätigkeit oder Zielgruppe passen – herstellerübergreifend und ohne individuelle Schnittstellenabsprache.

Wie funktioniert iiRDS?

iiRDS beschreibt nicht den Inhalt selbst, sondern wie über den Inhalt gesprochen wird. Jedes Informationsmodul wird mit Metadaten versehen: zu welchem Produkt es gehört, welche Tätigkeit es beschreibt, für welche Zielgruppe es gedacht ist und welchem Dokumenttyp es entspricht.

Funktionsweise von iiRDSiiRDS reichert Dokumentationsinhalte mit standardisierten Metadaten an, sodass Empfängersysteme gezielt die passenden Informationen anfordern können.InhalteModule aus demRedaktionssystemiiRDS-PaketInhalt + standardisierteMetadaten(Produkt, Tätigkeit,Zielgruppe, Dokumenttyp)EmpfängersystemContent-Delivery-PortalServiceapp, Maschinen-HMIfordert gezielt anDer Standard beschreibt nicht den Inhalt, sondern seine Beschreibung – deshalb funktioniert er herstellerübergreifendAbb. 1 · CARSTENS + PARTNER
Abb. 1: Vom Redaktionssystem über das iiRDS-Paket zum Empfängersystem

Diese Metadaten stammen aus einem festgelegten Vokabular. Weil alle Beteiligten dasselbe Vokabular verwenden, kann ein Empfängersystem Inhalte verschiedener Hersteller einheitlich auswerten – ohne dass für jeden Lieferanten eine eigene Schnittstelle gebaut werden muss.

Welches Problem löst iiRDS?

Ein Anlagenbetreiber erhält Dokumentation von Dutzenden Zulieferern, jeweils als PDF-Sammlung in eigener Struktur. Sucht ein Instandhalter die Wartungsvorschrift für eine bestimmte Pumpe, blättert er durch fremde Dokumentlogiken.

Mit iiRDS ändert sich die Ausgangslage: Die Inhalte kommen maschinenlesbar beschrieben an und lassen sich in ein gemeinsames Portal einspeisen. Die Suche läuft dann nicht mehr über Dokumente, sondern über Fragen wie „Wartung, Pumpe Typ X, Instandhaltungspersonal“.

Woraus besteht der iiRDS-Standard?

Der Standard umfasst drei Bestandteile, die zusammenwirken:

  • Ein Vokabular in Form einer Ontologie, das die zulässigen Metadaten und ihre Beziehungen beschreibt.
  • Ein Paketformat – das iiRDS-Paket –, das Inhalte und Metadaten gemeinsam transportiert.
  • Regeln für Erweiterungen, mit denen Branchen oder Unternehmen eigene Metadaten ergänzen können, ohne die Kompatibilität zu verlieren.

Der dritte Punkt ist der Grund, warum der Standard in unterschiedlichen Branchen einsetzbar ist: Der Kern bleibt einheitlich, die fachliche Tiefe lässt sich ergänzen.

Was braucht ein Unternehmen für iiRDS?

Die technische Voraussetzung ist ein modularer Inhaltsbestand. Wer Dokumentation als zusammenhängende Dokumente pflegt, kann keine einzelnen Module ausliefern. Praktisch setzt iiRDS daher ein Redaktionssystem voraus – siehe CCMS –, das Inhalte in Bausteinen verwaltet und mit Metadaten versehen kann.

Die organisatorische Voraussetzung wird oft unterschätzt: Die Metadaten müssen gepflegt werden. Ein Modul ohne saubere Verschlagwortung ist im iiRDS-Paket nicht auffindbar. Damit wird Metadatenpflege zu einer redaktionellen Daueraufgabe, vergleichbar mit der Terminologie.

Für wen lohnt sich iiRDS?

Der Nutzen ist ungleich verteilt. Am stärksten profitieren Betreiber großer Anlagen mit vielen Zulieferern, weil sie Dokumentation aus verschiedenen Quellen zusammenführen müssen. Maschinenhersteller profitieren vor allem indirekt: Immer häufiger fordern Kunden strukturierte Übergabeformate vertraglich ein.

Für kleine Hersteller mit überschaubarem Produktprogramm ist der Aufwand derzeit oft höher als der unmittelbare Nutzen. Sinnvoll ist dort, die Modularisierung und Metadatenstruktur so anzulegen, dass ein späterer iiRDS-Export möglich bleibt.

Welche Rolle spielt iiRDS in der Praxis?

iiRDS ist ein junger Standard und noch nicht flächendeckend verbreitet. Verbreitet ist er dort, wo Content-Delivery-Portale im Einsatz sind und wo Betreiber Dokumentation in eigene Systeme übernehmen wollen.

CARSTENS + PARTNER ist Mitglied im iiRDS Consortium und begleitet die Entwicklung des Standards mit. In Projekten zeigt sich regelmäßig, dass die eigentliche Arbeit nicht im Export liegt, sondern in der vorgelagerten Frage, welche Metadaten ein Unternehmen überhaupt verbindlich vergeben will.

Häufige Fragen

Wer hat iiRDS entwickelt?
Der Standard wurde von der tekom, dem Fachverband für Technische Kommunikation, initiiert und wird vom iiRDS Consortium weiterentwickelt.

Ist iiRDS kostenpflichtig?
Der Standard selbst ist offen zugänglich. Kosten entstehen durch die Werkzeuge und die Einführung im Unternehmen, nicht durch Lizenzgebühren für den Standard.

Ersetzt iiRDS ein Redaktionssystem?
Nein. iiRDS ist ein Austauschformat und setzt ein System voraus, das modulare Inhalte mit Metadaten verwaltet.

CARSTENS + PARTNER ist Mitglied im iiRDS Consortium und richtet Metadatenmodelle in Redaktionssystemen ein. Mehr dazu auf der Seite SCHEMA ST4 Redaktionssystem.


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